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Übers geben und nehmen

Wir geben und wir geben und wir geben. Wann bekommen wir mal was zurück? 
Wir planen, wir laden ein, wir kochen, wir geben aus ohne was zurück zu verlangen, weil wir es mit Herzen tun. Weil wir sie lieben: unsere Freunde, unsere Familien. Wir wollen gute Freunde und Kinder sein. 

Donnerstag Nachmittag: ich habe frei und sitze auf dem Sofa. Schaue eine Serie und bekomme eine WhatsApp Nachricht: Ein Bild von Tanten und Cousinen im Garten. Ohne mich, ich wurde mal wieder nicht eingeladen, nicht gefragt, habe nichts mit bekommen.
Montag morgens: meine Mama lädt zum Frühstück ein, bekomme ich paar Tage danach bei einem Telefonat mit. "Es tut mir leid, ich habe vergessen dir bescheid zu sagen!"
Freitag Abend: hat keiner Zeit. Später sehen wir bei Instagram das unsere Freunde im Kino waren. Und wir? "Es waren perfekt 5 Leute die in ein Auto passen, Sorry!" Wir hätten ja nicht selber fahren können oder so?!

Enttäuscht.

Traurig.

Entmutigt.

Vor allem Enttäuscht. 
Wir geben und wir geben und wir geben.
Und wir geben gerne, aber wozu? Verschenken unsere Liebe. Verteilen unser Herz.

Freitag Abend: wir sitzen da, traurig. Aber froh darüber, das wir uns haben. Er und ich. Für immer ein geben und nehmen. Am Ende des Tages ist er der wichtigste Mensch in meinem Leben. 

Trotzdem fragen wir uns, warum wir so viel geben und nichts zurück bekommen. Und fragen uns, was wäre wenn wir nicht mehr fragen würden? Nicht mehr planen würden? Nicht mehr einladen würden? Würden die Freundschaften kaputt gehen? Der Kontakt abbrechen? Bedeuten wir den anderen so wenig?

Immer wieder wiederholt sich die Situation. Und wir geben weiter. Verschenken weiter unsere Liebe. Werden enttäuscht, und vergeben. Wahrscheinlich ohne das sie es merken.
Und wir werden immer weiter geben. Die Erwartung des nehmens schon vergessen. 


"Niemand liebt mehr als einer, der sein Leben für die Freunde hingibt."
- Johannes 15,13

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