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Gedanken


Freitag Abend. Irgendwie bin ich lustlos irgendwas zu unternehmen. Mein Mann ist zu einem Kumpel gefahren, also sitze ich hier alleine. Ich genieße es. Ich mache mir meine Lieblingsmusik an, gönne mir ein Gläschen 43er mit Milch und räume fix die Küche auf.
Draußen ist es extrem schwül und in unserer Dachgeschosswohnung erst recht. 

Ich war schon immer so, gerne alleine. Ich war nie einer der Menschen die viele Freunde haben. Dafür habe ich aber die besten Freunde, in meinen Augen. 
In den Momenten wo man alleine ist, besteht die Gefahr zu viel nachzudenken. Aber ich denke gerne nach. Hat Vor- und Nachteile. Ich denke oft auch über meine persönlichen Eigenschaften nach. Wieso bin ich so? Warum bin ich gerne alleine?
Tief in mir gibt es eine 'dunkle Seite', die mir hin und wieder mal begegnet. Dunkel in dem Sinne, das es mir leichter fällt über Schmerz zu schreiben, als über Glück. Ich fühle mich zu Zitaten hingezogen, die eher negativ sind. Ich Lese gerne Thriller oder sogar Horror Thriller. Ich mag diese Spannung. Ich sammle Zitate, die mir täglich über den Weg laufen. Derzeit mein Lieblings Zitat:

Wir sehen einander an, während Tränen über unsere Wangen rollen. Das ist
schließlich, wozu Tränen da sind.
Eine möglichkeit für die Seele zu bluten.
[Smoky Barrett - Cody McFadyen, die Blutlinie]

Auch wenn ich grade überhaupt nicht in einer negativen Situation stecke, fällt es mir leicht mich in eine zu versetzen. Alles zu dramatisieren. Manchmal gefällt mir das, weil ich das schreiben liebe. 
Hin und wieder halte ich mich selbst für verrückt. 
Hin und wieder darf das auch mal sein.
Mir ist aufgefallen, das ich eine gewisse Kälte in meinem Herzen habe. Eine Kälte, die als Schutzmauer dient. Eine Mauer die sich nach und nach in den letzten Jahren aufgebaut hat. Eine Schutzmauer gegen Ablehnung, gebrochene Herzen, gebrochenes Vertrauen, ...
vertraue niemandem, außer dir selbst
Es gibt nicht mal eine handvoll Menschen, denen ich blind vertraue. Aber ich bin glücklich so wie es ist, irgendwie.

Ich will das diese Seite meines Charakters, die aber nicht überwiegt, akzeptiert wird. Von mir selbst, da andere sie nicht zu 'spüren' bekommen. Sie ist eine Schublade, die hin und wieder geöffnet wird. In Momenten wie diesen. 

Eine Zeit des lauschens auf meine Seele, die
leer rauscht wie eine Muschel, die man sich
ans Ohr hält.
[Smoky Barrett - Cody McFadyen, die Blutlinie]

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